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Curisfera-Redaktion
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MMX ist die klügere Wette für Marsproben – und die Schwerkraft erklärt, warum

Japan wählte Phobos, weil Landung und Start auf dem Mars selbst schwierig sind. MMX ist eine pragmatische Wette, beantwortet aber eine andere Frage als Marsgestein auf der Erde.

Veröffentlicht
22. Oktober 2026
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3 min
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Foto: European Space Agency / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 igo)

Was, wenn der klügste Weg, ein Stück des Mars-Systems zurückzubringen, darin besteht, den Mars gar nicht zu berühren? Genau darauf hat Japan gerade gesetzt. MMX, die Sonde Martian Moons eXploration, ist unterwegs, und die Logik dahinter ist unserer Ansicht nach interessanter als der Starttermin.

Laut Gizmodo en español startete JAXA MMX am 19. Oktober 2026 um 19:41 Uhr UTC von Tanegashima aus mit einer H3-Rakete. Die Sonde soll im August 2027 das Mars-System erreichen. Dann wird sie Phobos und Deimos untersuchen und versuchen, 2031 mindestens 10 Gramm Material von Phobos zur Erde zu bringen.

Mit der Landung ist nicht vor Dezember 2028 zu rechnen, wie SpacePolicyOnline anmerkt. Es ist also eine Geschichte über fünf Jahre, und das Schwierigste liegt noch vor uns.

Phobos ist eine Abkürzung, kein Trostpreis

JAXAs eigene Missionsseite ist offen, was die Überlegung betrifft. Idealerweise würde man den Mars selbst untersuchen, doch seine starke Schwerkraft macht Landung und Probenrückführung technisch äußerst schwierig. Phobos ist der Ausweg. Die Agentur beschreibt ihn als kleinen Körper, der sich vermutlich kaum verändert hat und deshalb Informationen über die Geschichte des Mars-Systems bewahren dürfte.

Dieses Argument überzeugt uns. Einem kleinen Mond Fragen zu stellen ist technisch weit weniger strapaziös, als sie einem Planeten zu stellen. Die Schwerkraft auf Phobos ist laut Gizmodo etwa 1.700-mal schwächer als auf der Erde. Das macht die Landung heikel, weil eine schlechte Landung die Sonde wieder wegspringen lassen könnte. Es bedeutet aber auch, dass sie nicht gegen einen tiefen Gravitationsschacht anfliegen muss, um wieder zu starten – und das ist unseres Erachtens der Teil, der Proben vom Mars selbst so schwierig macht.

Hinzu kommt ein wissenschaftlicher Gewinn. Der Ursprung von Phobos ist eine echte Weggabelung: eingefangene Asteroiden oder Trümmer eines gewaltigen Einschlags auf dem Mars. Eine Laborprobe könnte helfen, das zu klären. Gizmodo ergänzt, Phobos könnte auch Partikel enthalten, die durch Einschläge vom Mars emporgeschleudert wurden – der Mond könnte also zugleich als Fanghandschuh für Marsmaterial dienen. Das ist eine Möglichkeit, kein Versprechen, und wir würden es nicht überhöhen.

MMX ist eine Premiere, kein Ersatz für Marsgestein

Man ist versucht, diese Mission als Abkürzung zum Hauptpreis zu lesen. Dem würden wir widerstehen. MMX würde Material von einem Marsmond zurückbringen, nicht von der Marsoberfläche. JAXA selbst nennt es die erste Probenrückführung aus der „Marssphäre“ – eine vorsichtige Formulierung. Gestein von der Marsoberfläche selbst, mit seinen Spuren von Wasser und möglicher Biologie, würde andere Fragen beantworten. MMX wird eine echte Premiere sein, aber kein Ersatz.

Dazu kommt das Ausführungsrisiko. Die Mission sieht zwei Landungen vor, bis zu 44 Minuten Signallaufzeit für Hin- und Rückweg und autonome Abläufe, wie La Vanguardia berichtet. Derselbe Beitrag weist darauf hin, dass Hayabusa2 2020 5,4 Gramm von Ryugu zurückbrachte. Das ist eine starke Bilanz. Doch Ryugu war eine sanfte Berührung mit sofortigem Wiederabheben auf einem winzigen Körper, während Phobos eine richtige Landung direkt neben der Schwerkraft eines Planeten bedeutet. Die Erfahrung hilft, garantiert aber nichts.

Unser Urteil: eine belastbare Antwort auf eine Frage, nicht zum Mars

MMX ist eine solide Wette, vor allem weil sie den Anspruch an das anpasst, was die heutige Technik vernünftigerweise leisten kann. Zehn Gramm klingen vielleicht wenig, doch wie Diario Bitcoin berichtet, wies Chrysa Avdellidou von der University of Leicester, Mitarbeiterin der Mission, darauf hin, dass Forschende selbst an einzelnen Körnern mehrere Untersuchungen durchführen können. Wir würden zwei Meilensteine beobachten: die Ankunft 2027 und vor allem die Landung, die frühestens im Dezember 2028 stattfindet. Wenn diese gelingen, ist 2031 kein Versprechen mehr, sondern ein Countdown.

Bis dahin würden wir der Versuchung widerstehen, es zu überhöhen. Die bessere Prognose lautet: Phobos wird uns eine belastbare Antwort auf eine Frage geben, nämlich wie diese Monde entstanden sind, und die größere Marsfrage offenlassen.

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